paris partout einleitung
 

PARISTICHE
von Paul Stephens
übersetzt von Silke Mohnhaupt

Der Text ist ein Gewebe von Zitaten aus unzähligen Stätten der Kultur.
—Roland Barthes

“Hier sind wir alle Bürger des Eiffelturms”, verkündete ein Redner bei der Pariser Weltausstellung 1889, wo sich der neu erbaute Eiffelturm über dem Haupteingang spreizte. Der Turm symbolisierte den Triumph der französischen Revolution, der Dritten Republik, des industriellen Zeitalters — er symbolisierte vor allem Frankreichs Vitalität als Nation und Frankreichs Macht als Imperium. Keine europäische Nation wird so außerordentlich und so weitgehend mit einem Bauwerk in Verbindung gebracht. Der Turm verkörpert die krassesten Aspekte einer Weltkultur des Tourismus, die das Französische auf etwas leicht Verständliches reduziert, ähnlich wie die Baskenmütze, das Baguette, und Pepe le Pew. Aber der Turm verkörpert viel mehr als nur das Französische oder die Kultur des Tourismus oder die Kultur der massenproduzierten Romantik. Der Turm ist zur Wucherung seiner eigenen Abbildungen geworden. Seit über einem Jahrhundert schreibt das Reich an die Metropole über sein prächtigstes, zweckfreiestes Symbol. Das allgegenwärtige Bild des Turms ist eine Art Kurzschrift für die Schwierigkeiten und die Schönheiten der Globalisierung. Der Turm, wie dieses Buch zeigt, ist nicht nur ein Gewebe von Zitaten aus unzähligen Stätten der Kultur, es ist ein Gewebe von Bildern aus unzähligen Stätten der Kultur.

Wie die Ausstellung, die er begleitete, wurde der Turm gebaut um zu verkünden, dass die Welt Paris gehörte, aber es wurde bald deutlich, dass Paris auch der Welt gehörte — viel zu sehr für den Geschmack einiger Pariser. Die “Anwesenheit tausender Ureinwohner der Kolonien an der Ausstellung sorgte selbst ernannte Überwacher der öffentlichen Moral. Der Korrespondent einer sehr etablierten Pariser Zeitung schrieb: ‘Ich muss darauf bestehen, dass diese Einheimischen mit ihren lockeren Sitten an der Grenze der Zügellosigkeit überwacht werden. Es scheint, dass ihr Verhalten einem Übermaß an Unschuld entspringt. Aber sie wären genauso interessant, wenn sie nicht ganz so unschuldig wären.’”1 Die Ureinwohner wären selbstverständlich nicht so interessant, wenn sie “nicht ganz so unschuldig wären.” Eine Weltausstellung soll eben das Exotische, das Bedrohliche, das Neue zeigen. Es waren tatsächlich eher die ehrgeizigeren Entwicklungsländer, die die prächtigsten Pavillons in der Ausstellung bauten. Die großen europäischen Monarchien wurden von der Ausstellung und dem Turm bedroht. Britannien und Deutschland sahen ein wiederauflebendes Frankreich, das sich von seiner Niederlage 1870 im Deutsch-Französischen Krieg wieder erholt hatte, und sie sahen ein republikanisches Frankreich, das mit Zuversicht das Gespenst der Pariser Kommune begraben hatte. Weder die Briten noch die Deutschen haben einen nationalen Beitrag zur Weltausstellung geleistet. Während die Regierung der Vereinigten Staaten nur eine armselige Summe für ihren Pavillon beigesteuert hat, gaben die Länder Süd- und Mittelamerikas verschwenderische Beträge aus, da sie Paris als den natürlichsten Ort der Welt ansahen, um ihre Mündigkeit zu verkünden. Mexiko baute den prächtigsten Pavillon der ganzen Ausstellung; Argentinien folgte gleich dahinter. Bolivien, Nicaragua, Chile, San Salvador, and und Santo Domingo hatten alle eigene Gebäude.

Schon 1889 stand die ganze Welt im Schatten des Turms. Von Anfang an
war der Turm umstritten. Der Turm war zu modern, zu überwältigend, zu frivol, sogar zu kosmopolitisch. Der Turm war das größte Denkmal der Belle Epoche — es stand an der Spitze der Modernität, das höchste Gebäude der Welt. Es bewahrte klassische Elemente in seinen triumphalen Bögen, war aber im Gebrauch modernster Methoden und Materialien absolut fortschrittlich. Seine vier Ecken repräsentieren die vier Ecken der Welt; die Höhe des über-effizienten, spitz zulaufenden Phallus proklamiert den Wunsch, die Grenzen der Welt zu überwinden. Guillaume Apollinaires Gedicht in der Form des Eiffelturms beginnt mit den Worten “Salut Monde”.

Das Gedicht beginnt mit einem Willkommensgruß an die Welt und endet, indem es sich und den Turm in eine gigantische, französische Beschimpfung der Deutschen verwandelt. Geschrieben an der Front im Ersten Weltkrieg konnte Apollinaire den Universalismus des Turms beschwören, während er gleichzeitig den traditionellen Feind brüskierte. Der Turm war immer ein eindeutiges Symbol des Nationalismus und ein ambivalentes Symbol des Internationalismus.

In seinem Essay über den Eiffelturm erzählt Roland Barthes die berühmte Geschichte Maupassants, der im Turm seine Mahlzeit einnahm, einfach nur um der Allgegenwart des Turms als Wahrzeichen von Paris zu entkommen. “Es ist wahr” schreibt Barthes, “dass man unendliche Vorsorgemaßnahmen in Paris treffen muss, um den Eiffelturm nicht zu sehen.”2 Paris Partout zeigt, dass es auch wahr ist, dass man unendliche Vorsorgemaßnahmen treffen muss, um den Eiffelturm nicht überall in der Welt zu sehen. Der Turm, Barthes zufolge, “gehört zur universellen Reisesprache.” Der Turm ist universell erkennbar, was die Gestalter der Exposition Universelle sicherlich ersehnt hatten, doch die Allgegenwart des Turms erzeugt viele Bedeutungen in vielen Zusammenhängen. Der Turm mag eine “universeller Code” sein, wie Barthes nahe legt, aber ein Code bleibt immer noch ein Code —er muss entschlüsselt werden. Als Code stellt der Turm sowohl die Gewinne, und wie auch die Verluste dar, die mit dem kulturellen Verschmelzen einer immer kleiner werdenden Welt einhergehen. Wie diese Gewinne und Verluste entziffert werden, wird von der jeweiligen Position im globalen Markt der Ideen, Bilder und Körper abhängen.

Wenn der Turm nun den globalen Austausch in Bildern verkörpert, dann steht er nichtsdestotrotz entschieden gegen die Vorherrschaft der Amerikaner in diesem Austausch im 20. Jahrhundert. Einer der schwerwiegendsten Vorwürfe der Unterzeichner des Manifests, die den Turm verdammten, war, dass nicht einmal das “kommerzielle Amerika” [commerciale Amérique] eine solch menschenverachtende, mechanistische Gestaltung tolerieren würde. In gewisser Weise hatten die Gegner Recht. Amerika würde immer zu zweckmäßig für ein Projekt wie den Eiffelturm sein. Amerikas hohe Gebäude würden Büros, nicht leeren Raum enthalten.

Innerhalb der modernen Gesellschaft des Spektakels Kultur des Schauspiels hat der Turm unmittelbar von der Kontroverse, die er erzeugt hat, Nutzen gezogen. Eine Anzahl prominenter Künstler einschließlich Maupassant und Dumas haben das Manifest, das den Eiffelturm verurteilte, unterzeichnet. In einem Schreiben an einen anderen Minister der Regierung, der sich fragte, wie er auf das Anti-Turm-Manifest reagieren sollte, schrieb Edward Lockroy, der für die Weltausstellung von 1889 verantwortlich war: „Bitte akzeptieren Sie die Beschwerde und behalten Sie sie. Sie sollte in einem Schaukasten in der Ausstellung gezeigt werden. Solch schöne und edle Prosa muss die Besucherscharen interessieren, und sie vielleicht sogar erstaunen.“_

Nostalgischer Ästhetizismus konnte nicht langsam fortschreiten. In dem neuen Zeitalter konnte es nicht so etwas wie schlechte Werbung geben. Die Einstellung gegenüber dem Turm war eine direkte Reflektion der eigenen Einstellung gegenüber der Moderne. Gertrude Stein zum Beispiel benutzt in ihrem Buch Paris, France den Eiffelturm als Hauptsymbol der Moderne und ihrer charakteristischen Wurzellosigkeit:

“Alices Toklas sagte, die Frau der Cousine meiner Großmutter hat mir erzählt, dass ihre Tochter den Sohn des Ingenieurs geheiratet hat, der den Eiffelturm gebaut hat, und sein Name war nicht Eiffel.

Als wir ein Buch in Frankreich drucken ließen, haben wir uns über das schlechte Ausrichten beschwert. Ah, erklärten sie, das passiert weil sie jetzt Maschinen benutzen, und Maschinen sind zwangsläufig ungenau, sie haben nicht die Intelligenz der Menschen, der menschliche Geist korrigiert die Fehler der Hand, aber eine Maschine – natürlich gibt es da Fehler. Der Grund, warum wir alle ganz natürlich begannen in Frankreich zu leben, war, dass Frankreich wissenschaftliche Methoden, Maschinen und Elektrizität hat, aber es glaubt nicht wirklich daran, dass diese Dinge etwas mit dem wirklichen Leben zu tun haben. Leben ist Tradition und menschliche Natur. Und so, zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als ein neuer Weg gefunden werden musste, brauchten sie automatisch Frankreich.“4

Amerika und Frankreich, wie Stein gerne bemerkte, waren wirklich die einzigen zwei modernen Länder. Der Unterschied zwischen Amerika und Frankreich war, dass die Amerikaner ständig von Wissenschaft und Technologie erwarteten, „das wahre Geschäft des Lebens“ zu verändern. Im Gegensatz waren die Franzosen sogar moderner, denn sie instrumentalisierten ihre Erfindungen nicht. Amerikaner könnten glauben (might believe), dass Maschinen schließlich Menschen ersetzen könnten; die Franzosen würden das niemals glauben. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als nach einer neuen Art des Lebens gesucht wurde, fungierte natürlicherweise der Eiffelturm als ein ideales Model. Leben konnte „Tradition und menschliche Natur“ sein wie es auch gleichzeitig absolut modern sein und Tradition und menschliche Natur transzendieren konnte.

Wie Stein und andere Modernisten wußten, ist der Turm ein Symbol weltweiter Simultaneität. Um 10 Uhr am 1. Juli 1913 wurde das erste weltweit ausgestrahlte Signal von dem Turm gesendet. Die Weltstandardzeit war geboren. Wie so vieles andere in der Regelung weltweiter Angelegenheiten wurde die Weltstandardzeit von Frankreich und England vorgegeben. Der Historiker Richard Kern bemerkte, daß „wenn der Nullmeridian auf englischem Boden angelegt sein sollte, zumindest die Einführung der Weltzeit in Frankreich stattfinden würde.“5 Um den symbolischen Verlust gegenüber Greenwich wettzumachen, veranstaltete Paris die Internationale Konferenz zur Zeit 1912; von da an wurde sogar die Form der Zeit von den großen Reichsmächten bestimmt. In dem gleichen Jahr, in dem die Weltstandardzeit auf dem Turm geboren wurde, monumentalisierte Blaise Cendrars den Turm in seinem Gedicht Die Prosa des Trans-Sibirischen. 150 Kopien des Gedichts sollten gedruckt werden, jede Kopie würde zwei Meter lang sein. Ingesamt wären die Gedichte 300 Meter lang, und damit genauso hoch wie der Turm. In den der unteren linken Ecke des Gedichts ist ein kleiner Turm. Das Gedicht schließt damit ab, dass es sich selbst in Paris ansiedelt: „Paris: Ville de la Tour unique du grand Gibet et de la Roue.“ „Paris: Stadt des unvergleichlichen Turms, des großen Galgens und des Rads.“ Der unvergleichliche Turm kann nur mit zwei Folterinstrumenten verglichen werden. Der moderne Mensch kann von dem linearen Galgen gehängt oder auf dem halbrunden Rad an der Ausgangsebene des Turms gestreckt werden. Vielleicht sollen wir uns gerne von dem schönsten und kompliziertesten aller Folterinstrumente quälen lassen.

Wie die französische Nation im allgemeinen, ist der Turm ein Wunderwerk effizienter Ineffizienz. Der Turm ist das perfekte Symbol eines Reiches, das niemals ganz so stabil und unerbittlich war wie seine britischen und amerikanischen Gegenspieler. Der Turm bietet so etwas wie eine Erinnerung an die Anmaßung der fortgeschrittenen europäischen Gesellschaften; es ist ein kühnes industrielles Denkmal in einer Gesellschaft, die nicht in der Lage war, sich so schnell so zu industrialisieren wie ihre Kontrahenten. Der Universalismus des Turms findet sich in seiner Verpflichtung gegenüber den Idealen des Fortschritts, und doch wurde der Turm eine Ikone der Nostalgie. Er preist sein eigenes Eingebundensein an, ganz ähnlich wie die extrem zentralisierte Verwaltung des französischen Reichs. Staatsangehörige aus den Kolonien mußten die französische Staatsangehörigkeit annehmen und am Pariser Kulturleben in einem viel stärkeren Maße teilnehmen, als ihre britischen Pendants am Londoner Kulturleben teilzunehmen hatten. Die weltweiten Ideale des Reiches waren, natürlich, in der Praxis niemals so universell wie sie sich in der Theorie gestalteten. Toussaint L'Ouverture und Napoleon haben sich beide auf die Menschenrechte berufen. Wie sich herausstellte, schliessen die Menschenrechte Sklaven nicht mit ein.
Die Unterzeichner des Anti-Turm-Manifests behaupteten auch, sich auf die Allgemeinheit zu berufen, sogar wenn sie sagten sie seien nichts als ein „faible echo de l’opinion universelle.” Sie deuteten an, dass “lorsque les étrangers viendront visiter notre Exposition, ils s’écrieront étonnés: ‘Quoi! C’est cette horreur que les Français ont trouvée pour nous donner une idée de leur gout si vanté?’” Am Ende waren die Ausländer nicht entsetzt, sondern fasziniert von dem Turm. Der Widerspruch der Maler und Architekten der Französischen Schule des 19. Jahrhunderts war noch nicht mal ein schwaches Echo der öffentlichen Meinung. Staaten fesseln ihre Bürger auf viele Art.

In Anbetracht der Tatsache, dass alle Fotos in diesem Buch eine einfache Bedingung einhalten, geben sie eine erstaunliche Vielzahl von Szenen, Charaktern und Interaktionen wieder. Trotz der erstaunlichen geographischen Bandbreite haben die Bilder eine Anzahl von Merkmalen gemein. Der Turm ist fast immer ein Symbol des Bekannten, ein Symbol des Willkommens. In der Mehrzahl der Bilder wird der Turm als Marketing-Logo benutzt. Das Bild des Turms (alas) (ach -?) wurde (leider) urheberrechtlich von der halbprivaten Firma geschützt, die den Turm betreibt. Nichtsdestrotrotz, das Bild des Turms (oder genauer seine Bilder) wird immer jedem gehören, so lange man eine Kopie kaufen oder herstellen kann. In einem meiner Lieblingsfotos wartet eine gut-genährte Frau außerhalb Grand Central Station in New York City und trägt (oder rollt) eine Las-Vegas-Tasche. Angenommen, dassDa Las Vegas seine eigenen Nachbildungen der Grand Central Station und des Eiffelturms hat, hätte das Foto genauso gut in Las Vegas aufgenommen sein können. Die Ziele sind austauschbar. In Kosagoue bekommt der Turm Auftrieb, wenn er ein World Trade Center, ein Empire State Building und ein Chrysler Building zu Zwergen macht. Amerikanisierung mag unausweichbar sein, aber ihr kann auf unzählige kleine Arten widerstanden werden.
Wie in einem Themenpark animiert viele der Bilder ein utopischer Drang, die Welt zusammenzuschrumpfen. Und gleichzeitig verfolgt sie eine unterschiedslose Erbärmlichkeit. Nehmen Sie zum Beispiel das Foto eines Mannes in Mombasa, der ein abgelegtes Hemd einer texanischen Ölraffinerie trägt. Das Hemd ist von Motten zerfressen und dreckig, und doch zeigt sich sein Träger stolz, mit einem Schlüsselbund in der Hand. Gebrauchte amerikanische T-Shirts sind eine wertvolle Ware in vielen Teilen Afrikas. Vielleicht steigt der symbolische Wert des Turms mit der sinkenden Wahrscheinlichkeit, ihn jemals zu sehen, so wie ein getragenes Hemd einen Wertzuwachs erfährt, wenn es auf einen anderen Kontinent kommt. Der Turm ist unendlich anpassbar, unendlich transportierbar. In Paris, Texas, trägt er einen Cowboyhut. In Dalat dient er als Laternenmast, der Kohltöpfe hält. In Odessa fungiert er als Halter für ein Christian-Dior-Poster. In der Schweiz hält er einen Picknicktisch; man kann tatsächlich in dem Turm speisen, selbst wenn man nicht in Paris ist. Geschäfte in der ganzen Welt mit Anspruch aufs Französische benutzen den Turm als ein sofort erkennbares Symbol der Authentizität. Wenn der Turm große Kreativität weckt, hat er auch außerordentliche Homogenität erzeugt.

Vor allem vielleicht zeigt Paris Partout, dass die Welt eine Nachahmung von Paris ist, und Paris ist eine Nachahmung der Welt. Theodor Adorno und Max Horkheimer schrieben einmal, daß „Humanität immer mehr in Frankreich als irgendwo anders zu hause war. Aber die Franzosen selbst waren sich dessen nicht bewußt.“6 Das zwanzigste Jahrhundert zeigte, dass Paris immer nur eine von zahllosen Stätten der Kultur sein wird. Paris ist der Geburtsort der Photographie, der Collage, der Nachahmung und des kulturellen Synkretismus, der die Moderne und die Avant-Garde erzeugt hat. Das sind die Geschenke Paris' an die Welt, aber Paris schuldet der Welt mehr als es jemals zurückzahlen kann. In Bezug auf Blut und Arbeit und Ideen hat Paris viel von der Welt genommen. Während des zwanzigsten Jahrhunderts war Paris, mehr als jede andere Stadt, dieser merkwürdig widersprüchliche Ort, das „Heim des Auswanderers“. In vieler Hinsicht entwickelt sich der gesamte Erdball zu einem unendlichen Komplex von Auswandererheimen. Der Eiffelturm mag ein Symbol der Hoffnung und des kulturellen Austauschs sein, aber der Turm ist auch ein Symbol der Immobilität und Armut der Mehrheit der Weltvölker. Die Besitzlosen der Welt fetischisieren das Bild des Turms zum Teil, weil sie nur immer davon träumen werden, ihn persönlich zu sehen. 1999 wurde ein UNESCO Manifest zum Weltfrieden auf dem Turm verkündet. Mehr als 75 Millionen haben dieses einfache Dokument unterschrieben. Was auch immer für eine Wirkung ein solches Manifest haben könnte, es beschreibt die anhaltende Rolle des Eiffelturms als ein Symbol von etwas beruhigend mehr als Französischem und etwas schmerzlich weniger als Universellem.

1Joseph Harris, The Tallest Tower: Eiffel and the Belle Epoque (Boston: Houghton Mifflin, 1975), 134.
2Roland Barthes, The Eiffel Tower and Other Mythologies, trans. Richard Howard (New York: Hill and Wang, 1979), 4.
3Harris, 24.
4Gertrude Stein, Paris France: Personal Recollections (London: Peter Owen, 1971), 8.
5Stephen Kern, The Culture of Time and Space 1880-1918 (Cambridge: Harvard UP, 1983), 13.
6Theodor Adorno and Max Horkheimer, The Dialectic of Enlightenment, trans. John Cumming (New York: Continuum), 225.